Schule Petermoos

Laudatio

Die Schule Petermoos setzt sich seit vielen Jahren mit den sich wandelnden Rahmenparametern der Schule aktiv auseinander und hat in diesem Kontext bereits 2009 das Lernlandschaftsmodell eingeführt und seither erfolgreich weiterentwickelt. Das Modell des Kompetenzenerwerbs orientiert sich an Zielen, die zusammen mit den Lehrbetrieben gemeinsam erarbeitet wurden. Der Umgang mit den heterogenen Verhältnissen ist professionell, wertschätzend und hochgradig individualisiert. Die Qualität des Unterrichtes wird gestärkt durch die gemeinsame Entwicklung von elaborierten Lerneinheiten, die auch interdisziplinäre Sichten beinhalten sowie die dazu gehörenden gemeinsamen Reflexionen. Die Schülerinnen und Schüler werden durch spezielle Projekte (Peer Coaches, Masterlearner) zur Übernahme von Verantwortung für den eigenen Lernerfolg motiviert und unterstützt. Die Schule pflegt ein sehr grosses Netzwerk z.B. mit Mosaikschulen, aber auch mit ausserkantonalen und internationalen Organisationen. Dieses Netzwerk dient als Quelle für die regelmässige Überprüfung und Optimierung des eigenen Schulmodells.

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Schulhaus Petermoos

Video

Schwerpunkte der Schulentwicklung

Warum hat die Schule einen Preis gewonnen?

Der Schulentwicklungsprozess der Schule Petermoos hat eine lange Geschichte. Seit den siebziger Jahren gilt die Schule als innovativ, mit der Einführung der Lernlandschaften 2009 wurde erneut ein mutiger Schritt gewagt. Seither arbeiten die Schüler und Schülerinneninnen der Sekundarschule in Lernlandschaften. Die Zeit am persönlichen Arbeitsplatz im Lernatelier wird von den Jugendlichen zur Bearbeitung ihrer individuellen Lernaufträge genutzt. Zeitplanung und Eigenverantwortung sollen so trainiert und verinnerlicht werden. Die Stammklassen werden heterogen geführt, die Lehrpersonen verstehen sich als Lerncoaches und führen mit allen SchülerInnen regelmässig Coachinggespräche durch.

Das Petermoos gilt zudem als Vorreiterschule vor allem im Bereich des Schulentwicklungsprozesses. Es wurde stets darauf geachtet, die Betroffenen zu Beteiligten zu machen. Der Prozess wurde basisdemokratisch initiiert und alle Ziele der Vision der Lernlandschaften mit Lernateliers «untergeordnet». Intensive Zusammenarbeit wird gelebt, die pädagogischen Teams zeichnen sich gemeinsam verantwortlich für ihre «Lernlandschaftssippe». Das Verständnis, dass wir weiterhin auf dem Weg sind und die stetige Auseinandersetzung mit dem Wandel und den Anforderungen an eine schülerInnengerechte aber auch zukunftsorientierte Schule prägen die Arbeit der Steuergruppe bzw. des Entwicklungsprozesses.
 

Entwicklungsziele der Schule

Auswirkung der Preisverleihung auf die Entwicklung

Die Preisverleihung hat das Selbstverständnis der Schule noch gestärkt. Die Identifikation mit der Institution wurde auch bei den SchülerInnen noch grösser. Insgesamt lief der Prozess weiter wie bis anhin, aber die Sicherheit, dass wir auf einem guten Weg sind hat die Zuversicht gestärkt und die Motivation erhöht.
Im Bereich der Schulentwicklung lagen die Schwerpunkte auf dem Thema «Beurteilung» und der Gestaltung eines schülergerechten Stundenplans. Dieses Jahr starten wir deshalb mit freiwilligen Vertiefungslektionen am Morgen und mit dem Unterricht erst um 8:30 Uhr. Zudem sind die Lernatelierlektionen gleichmässiger über die Woche verteilt.

Effekte durch den Preisgewinn

Der gute Ruf und das Vertrauen in unsere Schule wurden zusätzlich unterstützt. Sowohl Lehrpersonen als auch SchülerInnen hat der Preisgewinn sehr stolz gemacht.

Erfahrungen / Empfehlungen für andere Schulen

Schulen sollen sich auf den Weg machen und stolz sein auf das, was sie anpacken und erreichen. Erfolge sollen gefeiert und mit anderen Schulen geteilt werden. Indem man sich öffnet und Einblick in die eigene Schule gibt, kann ein spannender Austausch entstehen, welcher alle Interessierten weiterbringen kann. Zitat Steve Jobs: “'good artists copygreat artists steal' -- and we have always been shameless about stealing great ideas."

Weiteres

Besuchsmöglichkeiten für interessierte Schulen

Ein Besuch läuft normalerweise folgendermassen ab:

1. Begrüssung durch die Schulleitung und Referat zur Erklärung des Lernlandschaftsmodells und des Schulentwicklungskonzepts
2. Besuch in den Lernlandschaften und Führung durch SchülerInnen-Guides
3. Open space mit vielfältigen Möglichkeiten auf individuelle Bedürfnisse der BesucherInnen einzugehen
4. Fragerunde mit Schulleitung und Lehrpersonen des Petermoos

Portrait Schulleiter

Zur Person:

Co-Schulleiter

Ueli Müller, 62 Jahre

Seit 1982 im Petermoos tätig, zuerst als Fachlehrer, dann bis 2000 Klassenlehrer. Seither Schulleiter zu 85%, unterrichtet mit Freude noch ein paar Lektionen, momentan Mathematik.

 

Co-Schulleiter

Ralph Zollinger, 51 Jahre           

Seit 1993 im Petermoos tätig, zuerst als Fachlehrer, dann bis 2008 als Klassenlehrer. Seither Schulleiter zu 85%, unterrichtet mit Freude noch ein paar Lektionen, momentan Werken nichttextil.

Andere Auszeichnungen

Schulen lernen von Schulen, Pädagogische Hochschule Zürich, 2011

Interessante Links für weiterführende Informationen