Schule Sandgruben

Laudatio

Die Schule Sandgruben wurde auf Grund einer Reform der Schulorganisation im Stadtkanton Basel als Schule - sowohl physisch mit einem neuen Schulhaus - wie auch pädagogisch von Grund auf neu gebaut.

Das 2016 bezogene Schulhaus wurde nach den Bedürfnissen der Binnendifferenzierung aufgebaut, das heisst, mit einem grossen Atelierraum und drei Klassenzimmern, mit Input- und Gruppenräumen sowie mit Spezialräumen. Eine zukunftsgerichtete und richtungsweisende Entscheidung wurde durch die Angliederung einer Abteilung für sonderpädagogische Angebote umgesetzt.

Die Schule hat sich zum Ziel gesetzt, Heterogenität unter den Lehrpersonen und Jugendlichen als Chance und nicht als Problem zu sehen. Entsprechende Konzepte wurden erarbeitet und bereits umgesetzt, andere sind geplant aber noch nicht umgesetzt. Die Schule Sandgruben ist noch in Entwicklung und erhält einen Schulpreis für die bisher vorbildliche Planung und Umsetzung eines neuen pädagogischen Konzeptes und dies mit einer realitätsbewussten und selbstkritischen Organisation und sehr motivierten Lehrpersonen.

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Schwerpunkte der Schulentwicklung

Im Rahmen der Basler Schulreform entstand 2015 der neue Standort Sekundarschule Sandgruben mit der Chance, Schule grundsätzlich neu anzudenken und sowohl pädagogisch als auch räumlich von Null auf zu realisieren. Pädagogisches Ziel war es, eine Schule aufzubauen, in der die grosse Heterogenität unserer Schülerschaft aber auch des Personals nicht als Bedrohung, sondern als Chance gesehen werden. Dies sollte an einer Schule geschehen, die nicht nur Lern-, sondern auch Lebensort ist und mit der sich ihre Nutzer identifizieren können.

Entstanden ist ein Modell mit neun Lernateliers. In jedem Lernatelier hat es knapp 60 Jugendliche, organisiert in neun Lerngruppen, die jeden der drei Jahrgänge und jedes Niveau abbilden. Die Lerngruppen sind organisiert in verschiedenen Fächerniveaus- oder nach dem Prinzip des altersdurchmischten Lernens. Daneben treffen sie sich in niveau- und altersdurchmischten Lerngruppen, die dem Einüben der überfachlichen Kompetenzen und dem selbstbestimmten Lernen dienen sollen. Rund ein Drittel der Zeit arbeiten die Jugendlichen selbstorganisiert im Lernatelier; zwei Drittel des Unterrichts finden lehrerzentriert im Fachraum statt. Statt Klassenlehrpersonen haben wir pädagogische Teams von fünf bis acht Lehrpersonen, welche jeweils ein Atelier betreuen. Jede Lehrperson ist auch Lerncoach und unterstützt eine Anzahl Jugendlicher in ihrer regelmässigen Reflexion. Daneben bringt sie ihre Stärken im pädagogischen Team ein und arbeitet in einer Fachgruppe der Schule aktiv an der Entwicklung von gemeinsamem Unterrichtsmaterial mit.

Das Einführen einer Einlaufzeit, Abschaffen der Pausenglocke und kleinen Pausen haben den Schulalltag stark beruhigt. Freiwillige zu nutzende Tagesstrukturen (von 12 bis 17 Uhr), eine eigene Mensa im Haus sowie das Realisieren einer professionellen Bibliothek mit täglichen Öffnungszeiten von 9.30 bis 15.30 Uhr tragen dazu bei, dass Schule nicht nur als Arbeitsort empfunden wird.

Dies alles wird durch die Architektur unterstützt. Grosszügige Ateliers mit Glaswänden zu den Nebenräumen bieten Jugendlichen und Lehrpersonen eine familiäre Atmosphäre. Dem stehen einladende zentrale Bereiche mit Tagesstrukturen, Mensa, Aula und Bibliothek gegenüber, die als Treffpunkte für die ganze Schule dienen und zum Aufenthalt einladen.

Besonders erfolgreiche Qualitätsbereiche

  • Schulleben und Schulklima

Die Angehörigen der Schule zeichnen sich aus über eine explizite Fähigkeit zum Perspektivenwechsel und zum Verständnis für das Gegenüber. Es herrscht ein Grundvertrauen, dass es schon gut kommt. Die sehr enge und teilautonome Zusammenarbeit in den pädagogischen Teams führt zu einer Entlastung und entsprechend entsteht eine gelöste Stimmung. Zu dieser Stimmung trägt die Schulleitung einen wichtigen Teil bei, wie von den Lehrpersonen erwähnt wird.

  • Schule als lernende Institution

An der Schule Sandgruben wird ein Modell «Lernateliers» (Atelier, Input, Arbeitsaufträge, Lernteam, Lerncoach und pädagogische Teams) erfolgreich umgesetzt. Besonders erwähnenswert sind dabei die Grösse der Schule und der Umstand, dass Schulform und Schulgebäude ganz von Anfang an geplant und realisiert werden konnten. Die Art und Weise wie die Schulleitung die Planung und Umsetzung angegangen ist, kann exemplarisch für andere Schulen betrachtet werden.

Entwicklungsziele der Schule

  • 2017 hat sich die Schule erstmals intern evaluiert und ist aktuell am Ausarbeiten einer Massnahmeplanung. Es zeichnet sich ab, dass man nach drei Jahren des koknstanten Aufbaus und der Veränderung auch zu Entlastung der Mitarbeitenden im Schuljahr 2018/19 eine Konsolidierung anstrebt. Die Evaluation hat vor allem auch gezeigt, dass alle Beteiligten die Durchmischung der Lerngruppen sozial als Bereicherung erfahren, dass aber der pädagogische Gewinn erst bedingt erlebt wird. Daher wird die Schule 18/19 den Fokus darauf richten, dass in den bestehenden Gefässen, durch kleine aber bewusste Interventionen, Heterogenität pädagogisch auch als Gewinn erfahren werden kann.
  • Daneben werden die Lerngruppe und das Lernjournal kritisch hinterfragt werden müssen, damit sie noch besser im Schulalltag verankert werden können.
  • Die Sekundarschule Sandgruben wird ferner im Schuljahr 2018/19 im Rahmen des kantonalen Evaluationskonzepts eine Partnerevaluation mit einer ähnlich arbeitenden Sekundarschule im Kanton durchführen. 
Weiteres

Besuchsmöglichkeiten für interessierte Schulen

Die Sekundarschule Sandgruben kann prinzipiell besucht werden. Die Anzahl Besuche ist jedoch zum Schutz der Schülerinnen und Schüler limitiert. Das Programm kann in gegenseitiger Rücksprache gestaltet werden. Mögliche Schwerpunkte sind das Modell «Lernateliers» und die aktuellen Erfahrungen damit, Erfahrungen aus dem Aufbau und dem Durchführen des Change Prozesses sowie der Schulhausbau - vom pädagogischen Raumkonzept bis zur Realisierung.

Tätigkeit in Netzwerken / Mitgliedschaften

  • Die Sekundarschule Sandgruben ist Mitglied von «Sole», einem Netzwerk von Basler Sekundarschulen mit ähnlicher Ausrichtung
  • Schulnetzwerk Unterrichtsentwicklung der FHNW

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