Schulen Hünenberg

Laudatio

Die Schulen Hünenberg bestehen aus Schuleinheiten mit sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Traditionen. Auf Grund der wachsenden Heterogenität in der Gemeinde wurde 2011 beschlossen, gemeinsam ein Entwicklungsprojekt zu starten mit dem Ziel, altersdurchmischtes Lernen zu implementieren. Die Veränderung wurde mit der gesamten Schule, d.h. über verschiedene Schulhäuser hinweg realisiert.

In den sechs Jahren seit der Umstellung gelang es systematische und fundierte Schulentwicklung zu betreiben und dabei die Betroffenen zu Beteiligten zu machen. Heute ist eine grosse Identifikation aller Beteiligten mit ihrer Schule und eine intensive Austauschkultur zu beobachten, die das gewählte Konzept «Individualisierende Gemeinschaftsschule» als Basis nimmt, um einen schülergerechteren Unterricht zu realisieren, und Schülerinnen und Schülern mehr Eigenverantwortung in einer gelebten Gemeinschaft zu übertragen. Vorbildlich ist diese Schule, weil sie zeigt, wie eine grosse Schule mit verschiedenen Schuleinheiten einen gemeinsamen Entwicklungsprozess anstossen und vorantreiben kann.

Die Schulen Hünenberg erhalten den Schulpreis für einen sorgfältig erarbeiteten und ausgezeichnet umgesetzten Change-Managementprozess, der für viele andere Schulen, die sich auf den Weg machen wollen, Vorbild und Musterbeispiel sein kann.

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Schwerpunkte der Schulentwicklung

In diesem Bereich haben die Schulen Hünenberg in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Es gelang in einer grossen Schule mit verschiedenen Einheiten in einem Schulumfeld, das höchste Bildungsansprüche stellt, das den Fortschritt des eigenen Kindes mit Argusaugen verfolgt, ein an sich gut funktionierendes Schulsystem aus pädagogischen Gründen grundlegend umzustellen. Die Schulleitung wollte durch eine Strukturänderung pädagogisch-didaktische Veränderungen vorantreiben, die es erlauben, der Heterogenität der Schüler/innen besser gerecht zu werden. Der Umstellungsprozess wurde in allen vier Schuleinheiten gleichzeitig und primär top-down initialisiert. Es gelang durch eine sorgfältige Vorbereitung, durch saubere Grundlagenarbeit, Überzeugungsarbeit bei den Behörden, durch Einbezug und Weiterbildung der Lehrpersonen und der Eltern die Motivation für die Umstellung aufzubauen und Widerstände und Opposition abzufedern. Diese Umstellung war nur möglich, weil die Schulleitung und der Schulvorsteher der Gemeinde als Einheit aufgetreten sind. Sie haben klare Ziele definiert, Rahmenbedingungen festgelegt, eine einsichtige Umsetzungsplanung (inkl. Weiterbildungs- und Evaluationskonzept) vorgelegt und eine transparente Kommunikation betrieben. Es gelang der Schulleitung unter Leitung des Rektors einerseits ihre Vorstellungen klar darzulegen aber auch flexibel auf Bedürfnisse anderer Player zu reagieren ohne die Ziele aus den Augen zu verlieren. Ein wichtiges Element bei der Entwicklung war eine klare Organisation mit geklärten Verantwortlichkeiten. Spannend ist aus organisationaler Sicht, dass eine Steuergruppe aus Lehrpersonen eingesetzt wurde, in der primär Lehrpersonen und nur je 1 Person aus der Schulleitung und Schulkommission Einsitz haben.

Das Thema Umstellung auf AdL ist auch heute noch ein omnipräsentes Thema in den Gesprächen. Nur einzelne Lehrpersonen haben die Schule nach der Umstellung verlassen, aber die heutigen Lehrpersonen stehen voll hinter der Schule/dieser Schulform.

In den vergangenen Jahren wurden jeweils im Schulprogramm entlang der Bausteine im Konzept klare Schwerpunktsetzungen (z.B. Morgenkreis / Gemeinschaft, Freie Tätigkeit / Öffnung des Unterrichts / Demokratische Mitbestimmung) vorgenommen und an diesen intensiv gearbeitet (in Arbeitsgruppen, an Weiterbildungen). Die grosse Leistung liegt wohl darin, dass es gelungen ist, in Entwicklungsprojekten über die Schuleinheiten hinweg einen klaren Rahmen zu definieren und innerhalb diesem Freiräume für die einzelnen Schuleinheiten aber auch Klassen- bzw. Unterrichtsteams zu gewähren. Dadurch entstand eine grosse Identifikation mit der Gesamtentwicklung aber auch das Gefühl in Untergruppen sich selbstwirksam entfalten zu können. Für die Lehrpersonen sind die Unterrichtsteams (meist die Lehrpersonen derselben Lerngruppen im Schulhaus) enorm wichtig. Hier unterstützen sich die LP gegenseitig, hier planen sie gemeinsam, tauschen sie Erfahrungen aus usw.).

Entwicklungsziele der Schule

Nächste strategische / operative Ziele

  • Die strategischen Ziele werden zurzeit gerade überarbeitet und für die Periode 2018 – 2022 neu definiert bzw. erweitert.

Neue Projekte

  • Familienklassenzimmer
  • Leseförderung 
Weiteres

Besuchsmöglichkeiten für interessierte Schulen

Einblicke in unsere Schulen und Fragerunden zum Entwicklungsprozess und unserer Struktur für Schul- und Unterrichtsentwicklung sind vor Ort möglich. Für unseren organisatorischen Aufwand und die Begleitung während des Besuches verrechnen wir einen Unkostenbeitrag von CHF 200.-.

Auszeichnungen

  • Microsoft Showcase School seit 2015/16 (One-to-One-Computing Sek I